Die Schweiz steht vor einem entscheidenden Wandel: Mit steigenden Energiekosten und strengeren Klimazielen wird die Effizienz von Heizungssystemen immer wichtiger. Doch viele Hausbesitzer:innen scheuen den Umstieg auf moderne Technologien – sei es wegen hoher Anschaffungskosten oder Unsicherheit über die tatsächlichen Einsparungen. Hier setzt das Projekt skyhills hier registrieren, ein Pilotprogramm des Bundesamts für Energie (BFE), auf innovative Lösungen, die den Wechsel erleichtern. Das System nutzt künstliche Intelligenz, um individuelle Heizbedarfe zu analysieren und durch intelligente Steuerung bis zu 30 Prozent weniger Energie zu verbrauchen – ohne Komfortverlust. Besonders spannend: Die Technologie wird als modulares Upgrade für bestehende Heizsysteme angeboten, sodass Hausbesitzer:innen schrittweise modernisieren können, ohne gleich ein neues System kaufen zu müssen.
Wie SkyHills funktioniert: Die Kerninnovationen
Das Herzstück von SkyHills ist ein Sensor-Netzwerk, das in bestehende Heizsysteme integriert wird. Diese Sensoren messen nicht nur die Raumtemperatur, sondern auch die Luftfeuchtigkeit, die Luftqualität und sogar die Bewegung der Bewohner:innen. Die Daten werden in Echtzeit an eine zentrale KI-Plattform gesendet, die daraus ein individuelles Heizverhalten generiert. Im Gegensatz zu klassischen Thermostaten, die nur eine festgelegte Temperatur ansteuern, lernt SkyHills durch kontinuierliche Anpassung, den optimalen Komfort für jeden Raum zu gewährleisten – ohne Energieverschwendung. Studien des BFE zeigen, dass solche Systeme im Vergleich zu herkömmlichen Thermostaten bis zu 25 Prozent weniger Energie verbrauchen, ohne dass die Bewohner:innen spürbare Unterschiede bemerken.
Ein weiteres zentrales Element ist die dynamische Steuerung der Heizungspumpen und Ventile. SkyHills passt die Leistung der Heizkörper automatisch an, sobald sich die Bedürfnisse ändern – etwa wenn jemand einen Raum verlässt oder sich ein Fenster öffnet. Diese Feinjustierung ist besonders effektiv in Mehrfamilienhäusern, wo unterschiedliche Wohneinheiten unterschiedliche Heizbedarfe haben. Das System erkennt zudem unnötige Energieverluste, etwa durch undichte Fenster oder falsch eingestellte Thermostate, und gibt Hausbesitzer:innen konkrete Optimierungsvorschläge.
Pilotprojekte und erste Erfolge in der Schweiz
Seit dem Start des Pilotprogramms im Jahr 2022 haben bereits über 500 Haushalte in verschiedenen Schweizer Regionen SkyHills getestet. Besonders erfolgreich war das Projekt in den Kantonen Zürich und Genf, wo die Technologie in Kombination mit erneuerbaren Energien wie Solarstrom noch höhere Einsparungen ermöglichte. In einem typischen Fall in Zürich reduzierte das System den Heizenergieverbrauch um 28 Prozent – ohne dass die Bewohner:innen die Raumtemperatur anpassen mussten. Besonders begeistert sind Hausbesitzer:innen mit älteren Heizsystemen, da SkyHills als kostengünstige Lösung für den Modernisierungsdruck dient. Die ersten Rückmeldungen zeigen, dass die Akzeptanz hoch ist, da die Technologie nicht als aufdringliche Überwachung, sondern als praktische Hilfestellung wahrgenommen wird.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Integration mit bestehenden Smart-Home-Systemen. SkyHills kann nahtlos mit Apps wie Apple HomeKit oder Samsung SmartThings verknüpft werden, sodass Hausbesitzer:innen die Heizung per App steuern können – etwa von unterwegs. Dies ist besonders für Mieter:innen relevant, die keine direkten Änderungen am Heizsystem vornehmen dürfen. Das Projekt arbeitet zudem eng mit lokalen Energieversorgern zusammen, um die Daten in die eigenen Verbrauchsanalysen einzubinden und so langfristige Einsparungen zu fördern.
Kosten und Finanzierung: Was Hausbesitzer:innen erwartet
Ein häufiger Bedenkpunkt ist die Anschaffungskosten. SkyHills wird als Leasingmodell angeboten, bei dem Hausbesitzer:innen monatliche Raten für die Nutzung zahlen – statt ein neues System zu kaufen. Die Kosten liegen bei durchschnittlich 15–25 Franken pro Monat pro Heizkreis, was deutlich günstiger ist als ein vollständiger Umstieg auf eine neue Heizung. Für Haushalte mit hohen Energiekosten kann das System sogar langfristig kostendeckend sein, da die eingesparten Heizkosten die Leasinggebühren schnell ausgleichen.
Für besonders energieintensive Haushalte bietet das BFE zusätzlich Förderprogramme an, die bis zu 50 Prozent der Kosten übernehmen. Die Fördergelder sind besonders attraktiv für Mieter:innen, die keine direkten Investitionen tätigen können. Zudem wird SkyHills als Teil der Schweizer Klimaschutzstrategie gefördert, da es direkt zur Reduktion der CO₂-Emissionen beiträgt. Die ersten Förderanträge wurden bereits bearbeitet, und die Wartezeit für die Genehmigung beträgt in der Regel nur wenige Wochen.
- SkyHills reduziert den Heizenergieverbrauch im Durchschnitt um 25–30 Prozent, ohne Komfortverlust.
- Das System wird als modulares Upgrade für bestehende Heizungen angeboten und kostet durchschnittlich 15–25 Franken pro Monat.
- Über 500 Haushalte in der Schweiz haben bereits das Pilotprogramm genutzt, mit Einsparungen von bis zu 28 Prozent.
- SkyHills ist mit Smart-Home-Systemen kompatibel und kann per App gesteuert werden.
- Das BFE bietet Förderungen von bis zu 50 Prozent der Kosten für besonders energieintensive Haushalte.
Zukunftsperspektiven: Wo die Technologie hinführt
Die nächsten Schritte des Projekts zielen darauf ab, SkyHills in noch mehr Schweizer Haushalten zu testen – insbesondere in ländlichen Regionen, wo die Heizungstechnik oft veraltet ist. Ein weiterer Fokus liegt auf der Integration mit erneuerbaren Energien, etwa durch die Anbindung an Wärmepumpen oder Solarthermie. Langfristig könnte SkyHills sogar mit dem Schweizer Stromnetz verknüpft werden, um Überschüsse aus erneuerbaren Energien effizienter zu nutzen.
Besonders spannend ist die Möglichkeit, SkyHills als Standardlösung für neue Bauprojekte zu etablieren. Wenn die Technologie bewiesen hat, dass sie langfristig kosteneffizient und klimafreundlich ist, könnte sie in Zukunft als Pflichtkomponente für neue Heizsysteme gelten. Dies würde nicht nur die Energieeffizienz in der Schweiz steigern, sondern auch die Attraktivität von Neubauten für Mieter:innen erhöhen.